Saftschubse? Der Begriff spiegelt bei weitem nicht wieder, was hinter diesem komplexen Beruf steckt. 2016 neben den letzten Zügen meines BWL-Studiums, durfte ich für das tolle Unternehmen Lufthansa ein Jahr um die Welt fliegen. Die wohl anstrengendste, allerdings auch bereicherndste Zeit meines ganzes Lebens. Wieso reisen die beste Universität der Welt ist und wieso 25 Jahre kulturelle Allgemeinbildung für die Tonne waren, erfährst Du in dieser Folge. Es warten 5 Erkenntnisse und Einsichten auf Dich, die ich mit Dir teile, die auch Dein Leben verändern können.

"Erst macht es Dich sprachlos, dann zum Geschichtenerzähler: Reisen" - Lea Ernst

# 1 In Dir steckt unendliches Potenzial

Die Ausbildung zur Flugbegleiterin und meine Reise um die Welt, habe ich mir sichtlich entspannter vorgestellt. In meiner bunten Welt dachte ich mir, dass ich ein bisschen Saft mache über den Wolken und abends in Rio mit einer Kokosnuss am Strand liege und meine Bachelorarbeit fertig schreibe. Die Realität sah dann etwas anderes aus. Bachelorarbeit, Klausuren, Langstreckenflüge, Ausbildung, der ständige Druck unter Beobachtung zu stehen und der Unternehmensaufbau bei der Tobias Beck University. Das war sehr viel und ich bin in diesem Jahr über meine Grenzen hinaus gegangen, wofür ich sehr dankbar bin, da sich mein Leistungslevel verschoben hat.

# 2 Glaub nichts, was Du selbst nicht gesehen hast

Ich war in vielen Ländern der Welt, wo mir mein altes Umfeld gesagt hat: Hast Du ein Rad ab? Wie kannst Du dahin fliegen? Eines Tages bin ich nach Jordanien geflogen und hatte zwei Tage in Amman. Ich traf mich mit meiner chinesischen Kollegin im Foyer, damit wir die Stadt besichtigen können. Da ich es aus Teheran kannte, dass Frauen sich ein Tuch umschlagen müssen, ging ich zum Concierge und fragte ihn, ob er ein Kopftuch für mich hätte, da ich ja so nicht rausgehen könnte. Er schaute mich an lachte und wurde ernst: „Es ist schade, dass die Welt alle Länder des nahen Ostens in einen Topf wirft. Du kannst hier rumlaufen, wie Du willst.“ Da wurde mir bewusst, dass ich wirklich alles in einen Topf geworfen habe und ein einheitliches Bild des Nahen Ostens im Kopf hatte, was sich allerdings so nicht verallgemeinern lässt. Wir hatten einen wunderschönen Tag in Amman und letztendlich habe ich mir doch ein Kopftuch gekauft, da mich alle wie eine Außerirdische wegen meiner blonden Haare anstarrten. In Shanghai und Peking hätte ich auch am liebsten eins getragen, da die Chinesen deutlich offensiver sind und Deine Haare sogar anfassen und wegrennen.

Ich habe nachts im Flugzeug tolle Gespräche mit Passagieren bei einem Kaffee in der Küche gehabt und Menschen Dinge gefragt. Wie es wirklich in ihren Ländern ist, was sie für Ängste haben, wie das Frauenbild ist, und und und. Ich bin dankbar für jede einzelne Begegnung.

# 3 Nörgeln ist verantwortungslos 

Als ich in Bengaluru und Mumbai angekommen bin, hat das mein komplettes Weltbild umgedreht. Hier leben Menschen am Straßenrand die nichts haben. Ich habe in dem pompösesten Hotel jemals geschlafen und schaute durch meine große Fensterfront auf zwei Städte, die von Armut geprägt waren. Ich dachte mir, wie kann ich hier oben im warmen Nest sitzen, währenddessen andere da unten hungern.

Diese beiden Flüge haben mich die Entscheidung treffen lassen, dass es unsere Aufgabe als vor allem Millenials ist, Verantwortung zu übernehmen. Verantwortung für uns selbst und für die Welt. Es ist verantwortungslos sich über Banalitäten zu beschweren und sich darauf zu fokussieren, währenddessen ein paar Flugstunden von uns weg am Straßenrand Kinder nackt verhungern."Reisen ist die beste Universität der Welt" - Lea Ernst

# 4 Lebensmomente sammeln statt Papierscheine

Es ist toll schöne Dinge zu besitzen. Ja, ich liebe sie auch. Aber die Gewichtung in meinem Kopf hat sich verändert. Es ist das größte Geschenk auf Erden, unsere wunderbare Welt in all ihren Facetten zu erleben. Jede Lücke in Deinem Lebenslauf lohnt sich.

# 5 Wir sind alle aus Sternenstaub

Nenn mich unverbesserlich romantisch, allerdings glaube ich das wirklich. Wir sind uns alle ähnlicher als wir denken. Einfach Menschen. Menschen mit den gleichen Wünschen, Hoffnungen und auch Ängsten. Fangen wir an hinter Hautfarbe, Religion und Herkunft zu schauen und den Menschen zu sehen. Wie schaffen wir das? Indem wir anfangen hinter unsere eigene Fassade zu blicken. Verstehen wir uns selbst und wir verstehen anderen. Schaffen wir es uns selbst zu helfen, so können wir anderen Menschen die Hand reichen. Jeder Hass in dieser Welt im Außen, ist nichts anderes als nicht aufgearbeiteter Schmerz einzelner. Toleriere, akzeptiere und helfe anderen Menschen und Du wirst tiefe Fülle spüren. Wahres Glück. Glück, das mit der Welt geteilt werden will.

In Liebe,

Lea

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